Verborgene Fettleibigkeit (TOFI) – das unsichtbare Risiko auch für Schlanke
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Verborgene Fettleibigkeit – ein gefährliches Problem, das auch schlanke Menschen betreffen kann
Wenn wir an Fettleibigkeit denken, stellen wir uns meist übergewichtige Menschen vor. Dabei gibt es eine Form der Fettleibigkeit, die mit bloßem Auge nicht sichtbar ist und auch Menschen mit schlanker Figur betreffen kann. Dieses Phänomen nennt man verborgene Fettleibigkeit oder das TOFI-Syndrom (engl. thin outside, fat inside – außen schlank, innen fett).
Was ist verborgene Fettleibigkeit?
Verborgene Fettleibigkeit liegt vor, wenn eine Person ein normales Körpergewicht und einen normalen BMI hat, gleichzeitig aber überschüssiges Fett an den ungünstigsten Stellen einlagert – rund um die inneren Organe im Bauchraum. Dieses Fett sammelt sich um Leber, Herz, Nieren und Muskeln an, statt im natürlichen „Speicher“, dem Unterhautfettgewebe.
Woher kommt dieses Problem?
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, doch es gibt mehrere Hypothesen. Eine davon besagt, dass jeder Mensch eine begrenzte Anzahl von Fettzellen im Unterhautfettgewebe besitzt. Sind diese gefüllt und wird dem Körper weiterhin mehr Energie zugeführt, als verbraucht wird, beginnt sich Fett um die inneren Organe einzulagern.
Schlanke Menschen können schlicht weniger Fettzellen im Unterhautfettgewebe haben. Sind diese gefüllt, hat überschüssiges Fett keinen Platz mehr und lagert sich an den Organen ab.
Zur Entstehung verborgener Fettleibigkeit tragen bei:
• ungesunde Ernährung
• fehlende oder geringe körperliche Aktivität
• chronischer Stress (führt zu erhöhter Cortisolausschüttung)
• Schlafstörungen
• genetische Faktoren
Warum ist sie so gefährlich?
Die größte Gefahr besteht darin, dass Betroffene ihr Problem oft nicht erkennen. Sie haben ein normales Gewicht, sehen gut aus und halten sich für gesund. Das Fettgewebe um die inneren Organe ist jedoch metabolisch sehr aktiv und löst entzündliche Prozesse im Körper aus.
Die Folgen können gravierend sein:
• Typ-2-Diabetes
• Insulinresistenz
• Bluthochdruck
• Arteriosklerose
• Herzinfarkt
• Schlaganfall
Mit anderen Worten: Eine Person mit normalem Gewicht und BMI kann denselben schweren Komplikationen ausgesetzt sein wie jemand mit sichtbarer Fettleibigkeit.
Wie lässt sich verborgene Fettleibigkeit erkennen?
DEXA-Untersuchung (Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie): die präziseste Methode zur Analyse der Körperzusammensetzung. Sie misst genau die Fettverteilung in verschiedenen Körperregionen, einschließlich des viszeralen Fetts. Die Untersuchung ist sicher, nicht invasiv und dauert nur wenige Minuten.
Moderne Körperfettwaagen mit Analyse der Körperzusammensetzung: Viele Menschen besitzen inzwischen Waagen, die neben dem Gewicht auch den Körperfettanteil, die Muskelmasse und den viszeralen Fettanteil messen. Sie sind weniger präzise als DEXA, liefern aber einen guten Überblick und ermöglichen die regelmäßige Verlaufskontrolle.
Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt werden, um eine Fettleber (MASLD) festzustellen, die ein häufiger Hinweis auf verborgene Fettleibigkeit ist.
Als Goldstandard gelten jährliche Laboruntersuchungen, einschließlich eines Lipidprofils, das erhöhte Triglyzeridwerte aufdecken kann.
Was kannst du tun?
Die Behandlung verborgener Fettleibigkeit konzentriert sich auf:
• Umstellung auf eine gesündere Ernährung, insbesondere Verzicht auf Zucker und Reduktion einfacher Kohlenhydrate
• Steigerung der körperlichen Aktivität
• Stressreduktion
• Verbesserung der Schlafqualität
• in bestimmten Fällen können Ärztinnen oder Ärzte moderne Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Agonisten empfehlen
Denke daran: Gewicht und BMI sind nicht alles. Entscheidend ist, wo sich das Fett im Körper ansammelt und wie dein Stoffwechsel funktioniert. Wenn du Zweifel hast, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt und erwäge eine DEXA-Untersuchung oder eine Analyse der Körperzusammensetzung. Das kann deine Gesundheit schützen.